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Weihnachtszeit ist Postversand-Zeit – ob Pakete, Grußkarten oder Briefe. Zeit sich mal wieder mit dem Porto zu beschäftigen. Vor zwei Jahren habe ich mich schon einmal hier im Blog über die Preiserhöhungen der Post echauffiert –  nicht wegen der Erhöhung an sich, sondern wegen der daraus entstehenden Nutzerunfreundlichkeit. Nach der Erhöhung zum 1.1.2013, folgte eine marginale Änderung zum 1.1.2014 und nun wieder eine zum 1.1.2015. Was auf den ersten Blick nur irgendwie ärgerlich daher kommt, lässt mittlerweile dahinter ein System zum Kunden schröpfen vermuten – aber dagegen gibt es ein Rezept, was wiederum der Post nicht schmecken wird.

Die Entwicklung des Briefportos

Die Entwicklung des Briefportos in den letzten Jahren bis zu seiner neuesten Stufe sieht folgendermaßen aus:

Euro

ab 1.1.2002

ab1.1.2003

ab1.1.2006

ab 1.1.2013

ab 1.1.2014

ab 1.1.2015

Postkarte

0,51

0,45

0,45

0,45

0,45

0,45

Standardbrief

0,56

0,55

0,55

0,58

0,60

0,62

Kompaktbrief

1,12

1,00

0,90

0,90

0,90

0,85

Großbrief

1,53

1,44

1,45

1,45

1,45

1,45

Maxibrief

2,25

2,20

2,20

2,40

2,40

2,40

Die Post sagt: Nur 2 Cent mehr  für den Standardbrief.  Und gleichzeitig 5 ct runter beim Kompaktbrief. Nur 2 Cent? Analysten der DZ Bank hatten nach Angaben des Manager-Magazins in der Vergangenheit vorgerechnet, dass eine Preiserhöhung beim Standardbrief um zwei Cent den Gewinn um rund 50 Millionen Euro erhöhen könnte. Also besteht daran durchaus ein virales Interesse.

Für den Kunden ist das in allererster Linie nervig. Um die neuen Tarife zu kleben, müssen die Restbestände an 60 ct-Marken erst einmal mit einer entsprechenden Anzahl 2 ct-Briefmarken bestückt werden. Und die 90 ct-Marken? Trotzdem verkleben? Es passt gar nichts mehr zusammen – noch einmal verstärkt: Usability-Check failed. Und die nächste Änderung auf 65 ct ist meiner Ansicht doch nur eine Frage der Zeit. Dann sind die frischen Marken wieder ungültig und müssen durch 3 ct. Marken ergänzt werden.

Ein Hilfsmittel

Was tun mit so einem Tarif-Chaos? Nun: Die alten weisen Währungshüter haben für sich änderende Preise beim Geld die Standard-Stückelung erfunden: 1, 2, 5, 10, 20, 50 Cent, 1 Euro. Diese Idee gilt es auf die Briefmarken anzuwenden: Eine gute Stückelung  wäre z.B. 2, 5, 40 ct, 60 ct, 1 Euro.

Damit ließen sich die Preise zum jetzigen Zeitpunkt folgendermaßen stückeln:

0,45

40+5

0,62

60+2

0,85

2 x 40+5

1,45

1 Euro + 40 + 5

2,40

2 x 1 Euro + 40

Das Unangenehme für die Post dabei, dass die Frankierzone oben rechts auf dem Umschlag die Maße 74 mm Breite und 40 mm Höhe hat. Sofern die Briefmarken diese Vorgabe erfüllen, kann die Post die eingelieferten Sendungen automatisch kontrollieren. die Automatenmarken haben eine Größe von 44 mm Breite x 25 mm Höhe.  Zwei Automaten-Marken nebeneinander oder übereinander ragen bereits aus dem Feld heraus. Wenn Sie wie oben per Automatenmarken stückeln, muss die Post von Hand nacharbeiten – und das wird schnell teurer als der erzielte Gewinn. So könnte das Kunden-Ärgernis auch zum Post-Ärgernis werden.

 

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