Statistik: Selbständige im Leistungsbezug

Autor: Michael Häfelinger
Veröffentlicht am: 20. November 2012
Kategorie: Existenzgründer

Bei vielen Selbständigen reichen die Umsätze in den ersten Jahren nicht aus, um die fixen Kosten zu decken und zusätzlich auch noch davon leben zu können. Sie beantragen als so genannte “Aufstocker” Leistungen nach § 16 SGB II (Hartz IV). Der Anteil der leistungsberechtigten Selbständigen an allen ALG II-Beziehenden liegt in Berlin bei 16,4 %, in Potsdam bei 16.9 % und in Dresden bei 17,6 %.

Inzwischen gibt es zahlreiche Untersuchungen, die das soziale Profil der selbständigen ALG II-Bezieher untersucht haben. Die Ergebnisse:

  • Sie sind eher auf sich selbst gestellt (jünger, alleinstehend, alleinerziehend, solo-selbständig) und verfügen dadurch über  geringere soziale Ressourcen durch einen Partner
  • sie verfügen über deutlich höhere Bildungsressourcen (Hochschulabsolventen, hohe Präsenz in wissensintensiven Dienstleistungen)

Faktoren, die in Richtung nachhaltige Selbständigkeit weisen, sind folgende:

  • Das Lebensalter hat einen positiven Einfluss; je älter, desto eher kommt man aus dem Leistungsbezug wieder raus
  • Männer schaffen mit einer 1,2 höheren Wahrscheinlichkeit den Schritt aus dem ALG II
  • Migrationshintergrund ist signifikant negativ
  • Einfluss der Lebensform: Selbständige mit Partner haben eine 3,5 mal höhere Wahrscheinlichkeit, den Leistungsbezug wieder zu verlassen
  • berufliche Bildung ist deutlich positiv
  • es bestehen beste Aussichten für das verarbeitende Gewerbe

 

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